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Zorn des Meenor - Kampagnentagebuch
#1
Hier ist das Kampagnentagebuch, in dem die Spielrunden rollierend von den Spielern zusammengefasst werden und in dem wir dann bei Bedarf nachschlagen können, was passiert ist.
Ich habe gestern gemerkt, dass ihr das offenbar nicht so geil findet, aber ich kann gar nicht genug betonen wie wichtig diese Informationen nach zwei Wochen zwischen den Spielrunden sind.

Hier sollten Geldbeträge, Zeitpunkte, andere Zahlen, Orte, Namen und andere harte Daten stehen, aber auch Dinge wie Beziehungen, Ehrungen, aufgekommene Fragen, mögliche Ziele.
Je besser das gemacht ist, desto klarer werden euch eventuell auch die weiteren Möglichkeiten.

Ich freue mich schon sehr auf eure Ergüsse und werde eventuell auch die eine oder andere Information beisteuern.

Überflüssig, zu erwähnen, dass ihr auch dieses Thema unten links abonnieren solltet.

(#Spielabend) Inplay-Datum / Kassenstand
Orte, Vorkommnisse, Einkäufe...

(#1) 02. Onil 1111 / Kasse: 40 Gr
Das Ende der Claudianne - 10 Kisten Wein, 6 Flaschen Wein, 250l-Fass, 6 Ziegen, Keine Toten
(#2) 03. Onil 1111 / Kasse: 30 Gr
Aufbruch nach Meyburg, Schnittsandhof, Irgendheym +1 Meile / 6x Pferdefutter (-4 Gr)
(#2) 04. Onil 1111 / Kasse: 30 Gr.
Achsbruch, kurz vor Paushofen
(#3) 04. Onil 1111 / Kasse: 30 Gr.
Feuchtfröhlicher Abend in der Fetten Scholle (-1,5 Gr. Holger). Achsbruchreparatur (1 Kr. Ewald)
(#3) 05. Onil 1111 / Kasse: 7 Gr.
Hinterwaldhof, Körbe gekauft (2 Kr.), 6x Pferdefutter (-3 Gr.), Ankunft in Rastatt
(#4) 05. Onil 1111 / Kasse: 7 Gr
RA Poststation rauschender Abend, Abendessen für alle (-5 Gr Holger)
(#4) 06. Onil 1111 / Kasse: 5 Gr
Meyburg Südtor früher Nachmittag (-2 Gr), Frau Weinhard, Nordtor, Schloss, Weinverladung, Überfahrt zu Hildegarth II
Bemalte Figuren und Modelle 2013: 39 / 2014: 23 / 2015: 58 / 2016: 44 / 2017: 104 / 2018: 5 / 2019: 122 / 2020: 140 / 2021: 24...
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#2
So ich konnte es nicht lassen den Text als einen Eintag in Kriemhild Sauerbiers Tagebuch zu verfassen . Ich werde der Übersichtlichkeit halber die wichtigsten Fakten und Zahlen auch noch mal in Stichpunkten niederlegen.
Doch zunächst Frau Sauerbier:

Liebes Tagebuch,


womit hat eine so patente Frau wie ich derlei nichtsnutzige Brüder verdient. Heinz stolziert in der Brauerei herum, als ob er schon der Besitzer wäre. 
Mögen dem Alten noch ein paar Jahre gegönnt sein. Und ohne den alten Kellermeister würde Heinis Bier eh nur wie abgestandene Schafspisse schmecken. 
Aber anstatt sich auf den Hosenboden zu setzen, macht er sich noch über mich lustig. 
„Ne alte Jungfer wie du macht das Bier bitter.“ 
Ich hatte nicht übel Lust, ihm in seine Manneserbsen zu treten, aber wie Großmutter mich lehrte, hab ich fuchsteufelswild im Stillen bis 20 gezählt 
und bin dann los. Ich war ganz froh das heimatliche Nest Richtung Birnbaum zu verlassen. Pferde sind einfach die besseren Menschen.
Ich hatte mich eigentlich auf einen langweiligen Tag mit vielen Trinkpäuschen gefreut, doch alles sollte ganz anders kommen. 
Au weia !

Also, gerade als ich beim alten Dante nachsehen wollte, ob sich der das Eisen vorne rechts gelockert hat, hörte ich ein seltsames Tuten. 
Die meisten von den anderen haben zuerst Nüschte gehört, aber als das Getöse immer lauter wurde, war klar, dass das vom Hafen her kommt. 

Holger und der Gerti sind auch gleich los gerannt. Also der Gerti vorne weg. So neugierig wie eine Katze, aber der Gerti issn guter Junge. 
Ewald und ich sollten schon mal die Fuhrwerke startklar machen. Wie der Holger das wieder vorausahnte - schon ein Fuchs. 
Ewald kam mit dem Doppelspanner wieder gar nicht zurecht. Hat sich den Daumen geklemmt, aber ich hab so getan, als ob ich das nicht gemerkt hätte. 
Ruck zuck und holterdiepolter gings zum Pier. Frieda ist für ihr Alter immer noch mächtig schnell. 
Und so waren es nur wenige Augenblicke bis zum Hafen. 
Da stand schon halb Erbsburg und glotzte auf den Horizont und hielt maulaffenfeil. Erst nachdem ich die Augen zusammengekniffen hatte, 
konnte ich am Horizont deutlich ein kleines Handelsschiff erkennen. Unter vollen Segeln kam es auf uns zu und bald konnte ich verblüfft erkennen, 
dass das Schiff wohl schon bessere Tage gesehen hatte. Es lag viel zu tief im Wasser und Schlagseite hatte das arme Ding auch ziemlich. 
Die Seeleute, anscheinend Rosinen rannten an Deck durcheinander. Einige von den Kerlen versuchten die Ziegen, 
die überall an Deck herumsprangen, zu bändigen. 
Doch dies gelang gar nicht gut – ein Matrose ist kein Bauer.
Einer der Seeleute jedoch tutete unablässig in ein Horn. Das Schiff wurde, als es näher kam, jedoch nicht langsamer und jetzt bekam ich es schon ein wenig mit der Angst zu tun. 
Gerd stand ganz vorn an der Kaimauer und ich sah das Schiff mit geblähten Segeln immer näher kommen. 
Plötzlich gab es einen gewaltigen Knall und ein hässliches Geräusch als das Froschfresserschiff den alten Steg in Einzelteile zerlegte. 
Die Luft war voller Ziegen, Holzsplitter und selbst jetzt war der aufgeregte Warnton des unablässig ins Horn stoßenden Steuermanns deutlich zu vernehmen. 
Bei Meenor was für ein drunter und drüber. 
Ein alter Matrose segelte durch die Luft und landete, um sich strampelnd im Hafenbecken, genauso wie die meisten der Ziegen. 
Als sich der Staub nun etwas lichtete, konnte man die Seefahrer deutlich ausländisch schreien und lamentieren hören „Dübuah!“ erklang es aus vielen Kehlen. 
Der Steuermann ließ weiter das Horn erschallen, seine Augen wirkten seltsam teilnahmslos, als ob er zu schreckliche Dinge gesehen hatte. 

Der alte Matrose im Wasser war anscheinend nicht nur am Ende der Duldsamkeit von Körper und Geist angelangt, 
sondern war auch nicht des Schwimmens mächtig. 
Mit einem Auge sah ich wie Gerd zum Schiff rannte. 
Holger hatte ein Ruderboot bereitgemacht.
Der Herr Ansbach kennt sich mit Kutschen zum Glück viel besser aus als mit Ruderbooten – also das merkte ich jetzt. 
Ich beschloss, dass ich den alten Mann nicht ertrinken lassen wollte. 
Also zog ich meine Sachen aus, behielt nur Börse und das Goldwasser - dreimal destilliert. 
Ich hoffte inständig, dass sich in den nächsten Tagen der Pöbel nicht über die alte Kriemhild das Maul zerreißen würde. 
Ich sah die Panik in den Augen des alten Mannes, der zu ertrinken drohte, schickte ein Stoßgebiet an den Herrscher der nassen Gestade 
und sprang in das dunkle aufgewühlte Wasser. Erst kam ich gut voran, doch mir gelang es nicht den alten Mann zu packen. 
Ewald versuchte derweil ein Seil in unsere Richtung ins Hafenbecken zu werfen, während sich Herr Ansbach nur langsam mit dem Ruderboot Richtung ertrinkendem Mann vorkämpfte. 
Gerd hatte inzwischen auf dem Boot Freundschaft mit den Ausländern geschlossen und wie es so vielleicht Brauch ist bei den Froschfressern, 
banden sie ihm unter lauten „Dübuah!“-Rufen ein Seil um die Hüfte. 
Wahrscheinlich waren sie nicht mehr ganz richtig im Kopf. 
Mit dem Mut der Jugend schickte sich Gerd an, durch die Ladeluke in den Bauch des sinkenden Schiffes zu gelangen.
Ewald folgte Gerd auf das Schiff voller Sorge um den jungen Mann. Nun versank der alte Seemann nur eine Armeslänge von mir in den Fluten 
– doch ich schwor mir das seine Zeit heute noch gekommen seien sollte und tauchte in die Dunkelheit, um ihn doch noch zu erreichen, 
bevor das Hafenbecken gewiss zu seinem feuchten Grab würde. 
Obwohl ich selbst kaum mehr zu hoffen wagte, bekam ich plötzlich ein Stück durchweichten Wams zu packen. 
Ich muss sagen, Holger hatte die Ruhe weg und hatte erstmal seine Stiefel ausgezogen und so war es an mir, den alten Mann wieder hoch ans Sonnenlicht zu bringen. 
Holger hatte dann zum Glück den Strick aus dem Boot ins Wasser geworfen und mit vereinten Kräften konnten wir uns auf die schwankende kleine Ruderschaluppe hochziehen. 
Währenddessen leisteten Ewald und Gerd im Lagerraum des havarierten Handelsseglers ganze Arbeit. Die Beiden löschten die Ladung wie zwei gedungene Seebären. 
Neben schweren Marmorplatten und den Ziegen hatte das Schiff einen edlen Tropfen Wein geladen, der wohl Dübuah hieß. 
Dieses Ausländische klingt wirklich fremd und irgendwie ungewaschen und warum sollte man so einen guten Wein mit einem so scheußlichen Namen belegen. 
Leuten, die so etwas machen, ist nicht zu trauen. 
Es gab nicht nur die Kisten mit edelstem Etikett, sondern auch ein großes Weinfass und die Rasianer machten sich daran, es mit der noch intakten Seilwinde 
und mit Gerds Knoten bewehrter Hilfe aus dem Laderaum nach oben zu hieven. 
Alles immer noch begleitet durch Geschrei, Tröterei und Ziegenmeckern. 
Als Holger und ich den fast Ertrunkenen auf den Pier legten, griff dieser nach meiner Hand. 
Ich nahm meine Muschelkette und drückte sie in seine Hand. 
Und nachdem er erkannt hatte, dass wir beide dem gleichen Gott als unseren Hirten auserkoren hatten. strömte Leben und Freude zurück in seine müden und angsterfüllten Augen. 
Uns gelang es auch, eines der armen und panischen Ziegengeschöpfe an Land zu ziehen. 
Gerade als ich zum ersten Mal seit dem Beginn dieses Durcheinanders zu Luft kam, begann das Schiff sich immer mehr zur Seite zu neigen 
und der Mast senkte sich mit zunehmender Geschwindigkeit gen dem Bretterhaufen, der nur einige Minuten zuvor noch ein ordentlicher Erbsburger Steg gewesen war. 
Es krachte nun erneut laut und man hörte deutlich wie die in Bewegung geratenen Marmorplatten 
im Laderaum krachend die Wandung des Rumpfes durchbrachen. Bei Meenor ich konnte weder Gerd noch Ewald sehen. 
Stattdessen hörte ich hinter mir Platz da! Platz für die Stadtwache! Was geht hier …. ?“
Doch nun sollte des Gerd große Stunde kommen, denn das Maß seiner Heldentaten war noch nicht voll. Viele der Seeleute waren gesprungen oder ins Wasser geschleudert worden 
und sie schienen nun endgültig mit ihren Kräften am Ende. Doch Gerd sprang in die Fluten. Wo hatte der Junge nur so schwimmen gelernt? 
Einem Delphin gleich schnitt er mit schnellen Schwimmzügen durch Wogen und Gischt. Nicht nur, dass er allein 4 der Froschquäler aus dem Wasser zog – er war auch zur Stelle, 
um dem Unglücksraben Ewald unter dem Segel hervorzuziehen.
Das Schiff trat nun schnell seine letzte Reise an und riss eine der unglückseligen Ziegen hinab in die Tiefen. 
Doch wie ein Wunder, und nichts anderes kann es gewesen sein, kam weder einer der Seeleute noch einer von Birnbaums Leuten ums Leben. 
Die armen Froschlecker wurden dann gleich von den Stadtbütteln eingeknastet. 
Doch nachdem er seine Stiefel wieder an sich dran hatte, trat nun der Herr Ansbach in Aktion. 
Der hatte sich einen der Umstehenden geschnappt, der Ausländisch sprach und wollte gleich über Geschäfte mit den rasianischen Kappalken palavern 
- der lässt wirklich nichts anbrennen. 
Aber der Kapitän der Wache musste erst überzeugt werden, 
das wir überhaupt mit den Hafen-Vandalisten reden durften, denn die Rasianer waren nach der angerichteten Zerstörung des Anlegers Erbsburg einen Haufen Kreuzer schuldig. 
Birnbaum ließ sich jetzt auch mal am Hafen blicken, wirkte aber überfordert und außerdem hatte sein schlimmster Konkurrent auch schon ein Transport-beflissenes Auge 
auf den mittlerweile durch die Obrigkeit konfiszierten Wein gelegt. 
Doch nachdem offenbar wurde,das ein gewaltiges Seeungeheuer das Schiff der Rasianer so zugerichtet hatte, 
wurde des feisten Händlers Idee die Waren per Schiff nach Maiburg zu bringen, augenblicklich unattraktiver. 
Und bald wurde klar, in vier Tagen muss dieser Wein in Maiburg beim „Weiner“ sein. 
Es ist eine Bestellung von höchster Stelle - man sagte der Marktgraf selber hätte den edlen Tropfen für sein Vergnügen geordert. Durch Dafürhalten von Holger 
und unter Zustimmung des Hauptmanns der Wache wurden wir, die Birnbäumler beauftragt, das Warentermingeschäft im unserem und in Erbsburgs Sinne abzuwickeln, 
was einen viertägigen Ritt des Wahnsinns bedeutete. 
Heute haben wir und besonders Gerd den Tag gerettet und die Froschlecker schienen wahrhaftig dankbar zu ein, obschon ich denen nur soweit traue, wie ich sie werfen kann. 
Also auf nach Maiburg! Dübuah! Dübuah!


Danke liebes Tagebuch, deine Kriemhild
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#3
Spielabend 1: "Das Ende der Claudianne" – oder: Tröten in Erbsburg

Die Spieler Figuren:
  • Holger von Ansbach (Birnbaums rechte Hand kaltblütig zielstrebig)
  • Ewald Schorz (Schmied, Trinker, versucht Gewalt zu vermeiden, möcht eigentlich bei Birnbaum eine ruhige Kugel schieben)
  • Krimhild Sauerbier (Tochter des ortsansässigen Brauers , jedoch arbeit sie für Birnbaum als Kutscherin, frei heraus , polternd, Alkohol-Problem)
  • Gerd Krümelmann (Pferdeknecht und junger Gehilfe von Holger, etwas naiv, sportlich, neugierig, riskiert sein Leben für Andere)
  • Maximilian Staudenmeier, der Sicherheitsmann, wurde von Birnbaum auf die ungeklärten Diebstähle angesetzt
  • Joseph Klein, der großgewachsene kräftige Träger

Situation:
  • Ein Hörn erschallt immer wieder vaus Richtung des nahegelegenen Hafens
  • Ein von einem Seeungeheuer fast zur Havarie gebrachtes rosianische Handelsschiff namens "Claudiane" zerschellt am Pier in Erbsburg und sinkt.
  • Die Seeleute müssen zum Teil gerettet werden...
  • und die Ladung muss geborgen werden...
Gerettete Ladung:
  • 6 Ziegen
  • 10 intakte +2 beschädigte Kisten Wein und 2 einzelne Flaschen. Dies ist der „Dubois“ teuer und edel (1 Kiste wurde zerstört)
  • ein Weinfass (250 Liter / 300 kg)
Versunkene Ladung:
  • diverse Marmorplatten
  • eine freche Ziege
Rettungsschwimmer:
  • Gerd 1er
  • 4 Seeleute
  • Ewald Schorz

    Kriemhild & Holger
  • ein alter Matrosensack
Stets auf seine Stiefel bedacht:   (kleiner Spass)
  • Holger 
Wichtige Personen:
  • der Hauptmann der Wache (Albert Herman, 35) (unbestechlich,preussisch, wohlwollend)
  • Der Widersacher Birnbaums (Isaak Obermaster, 49) (reicher und vigiler als der schlaffe Birnbaum)
  • Der (rosianische ?) Kapitän (Gerome Gilleau, 62) (würde alles für seine Retter tun)
  • Herr Doktor Kneif ( hatte keinen Erfolg bei der ersten Hilfe)
  • Der alte Matrose, Lasalle, der um ein haar ertrunken wäre (hat Kriemhilds Meenor - Devotional - Kette geschenkt bekommen.
  • Der Herrscher von Erbsburg (Graf Ottomar v.d. Erbs, 62) (geschäftig, oppurtunistisch , wie alle von Adel)
  • Das Ehepaar Birnbaum, Gunter und Gilda ( die Besitzer des Fuhrunternehmens , "wobei es Frau Birnbaum ist , die die Hosen an hat."
Die nächste Mission:
  • Den Wein innhalb von 4 Tagen nach Maiburg bringen. Warentermingeschäft!
  • Der Wein ist für den Marktgrafen von Maiburg (wichtig, wichtig)
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#4
Amsbach-Journal

Werte Nachkommen, ich kann euch sagen, dass mir nach dem Schrecken am Hafen schnell klar wurde, dass wir alle unsere Kräfte sammeln müssen, um den geplanten Transport des Weines nach Meyburg gut erledigen zu können. Meenor hat uns die Waren vor die Füße gespült. Ich weiß noch nicht genau weshalb, aber klar ist, dass es hier nicht nur um einen einfachen Warentransport geht. Der Herr hat uns eine Prüfung aufgegeben und wir werden sie mit vereinten Kräften angehen!
Das können wir!
Kapitän Gilleau hat uns zu verstehen gegeben, dass wir für den Transport 1,5 Gold zu erwarten haben. Die Ware selbst sei bereits an das Weingut Dubois bezahlt. Die Wache von Erbsburg hat sich mal wieder von der freundlichen Seite gezeigt. Dankbarkeit für unseren gezeigten Einsatz – Fehlanzeige. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass der Wachhabende im Verlauf der Auftragsklärung immer schlechter auf mich zu sprechen war – Kauz! Wer würde wohl sonst dafür Sorge tragen, dass  die Rosiner wenigstens einen Teil ihrer Schuld begleichen können? Durch das Schiffsunglück sind ja ein paar Flaschen des Weines zu Bruch gegangen. Die Wache hat meine Sorge mitgehört, dass wir deswegen vielleicht nicht den vollen Transportpreis erzielen können – natürlich habe ich im Sinne Erbsburgs zugesagt, dass wir unser ganzes Verhandlungsgeschick einbringen werden. Die gute Kriemhild kann äußerst überzeugend sein! Eine finanzielle Entschädigung unserer Aufwände wurde uns allerdings erst nach Erledigung des Geschäfts und Übergabe des Geldes an die Stadt zugesagt. Na ja, wir werden auf jeden Fall unseren Ruf – Birnbaum-Transporte – wesentlich verbessern können. Ich denke da ganz an kommende Geschäfte: „Birnbaum – Nichts ist unmöglich“ oder „Birnbaum – Wir machen den Weg frei“…
Ewald hat dann gleich unsere Werkzeuge gerichtet, während Kriemhild sich um die Verpflegung gekümmert und Gerd wieder mal überall seine Hände hatte – ein echter Teufelskerl, der Junge. Ich bin auch sehr froh, dass wir diesen Staudenmeier dabei haben. Es beruhigt mich zu wissen, dass er dabei ist und zur Not auch schützen kann, was uns lieb und teuer ist. Kriemhild hat dann noch auf mein Geheiß und meine Kosten 10 l. Bier zur Steigerung der Moral beschafft – das war es mir wert. Obwohl ich manchmal glaube, dass der viele Alkohol die Aufmerksamkeit von Kriemhild etwas trübt… leider sollte ich damit Recht behalten.

Wir sind am frühen Morgen los und standen pünktlich zur Öffnung des Stadttores bereit. Die Reise geht über Irgendheym, Paushofen, Rastatt und dann nach Meyburg. Der Gerd und der Staudenmeier haben vorausgesehen, dass wir Wetter kriegen – wie richtig sie damit lagen. Zunächst sind wir gut vorangekommen, sodass wir nach einer kurzen Rast mit Versorgung der Pferde und weiterem Vorratsfutter für die Pferde sogar über Irgendheim hinaus gefahren sind. Aber dann ist es passiert: Kriemhild ist mit ihrem Wagen ohnehin etwas zurückgeblieben, sodass ich meine Fahrt drosseln musste; eine kleine Unachtsamkeit und Frieda hatte sich eine Zerrung geholt – ich hoffe das wird uns nicht zu sehr aufhalten. Als wir vom Bauernhof wegfuhren, dachte ich noch, Kriemhild hätte eine „Fahne“ – ich muss das in einer ruhigen Minute unbedingt ansprechen. Knapp 4,5 Meilen hinter Irgendheym haben wir ein Lager aufgeschlagen. Die Straße wurde hier schon deutlich schlechter und leichter Regen hatte eingesetzt. Trotz allem, sehr gut: 31 Meilen an einem Tag – Das können wir!

In der Nacht kam dann das Wetter und es blieb am nächsten Tag, auch nach unserem Aufbruch. Und wie – Regen und Donner, nicht zu knapp. Aber Max hat ein Lied angestimmt und alle haben früher oder später eingestimmt. Was ein Spektakel – ich war ganz sicher, dass wir lauter als der Donner waren. Das können wir! Von einer Straße konnte man dann bald nicht mehr sprechen, eine einzige Schlammwüste, die volle Konzentration beim Fahren erforderte und teilweise mit Bretten unterlegt werden musste, um über besonders schwierige Stellen zu kommen. Ich sah uns schon mit Mann und Maus davonschwimmen. Trotzdem waren wir wieder gut unterwegs und es hatte sich ausgezahlt nicht in Irgendheym Rast zu machen. Die gewonnenen Meilen vom Vortrag und harte Arbeit auf der Wegstrecke haben uns bis kurz vor Paushofen geführt. Am zweiten Tag unserer Reise haben wir 28 Meilen (bzw. 59 Meilen insgesamt in zwei Tagen zurückgelegt). Doch dann kam es zu einem weiteren Unglück. An Kriemhilds Wagen – und hier kann ich ihr keinen Vorwurf machen, da nur die allerbesten Fahrer in diesen Verhältnissen klar kommen – war ein Achsbruch zu beklagen. Ewald hat die Sache gleich überblickt – ohne Hilfe bzw. die richtige Ausrüstung können wir das nicht reparieren. Also haben wir die ganze Ladung (plus beschädigte Achse) auf meinen Wagen verbracht und sind den kurzen Rest nach Paushofen gezuckelt. Ich hoffe, die Stadt macht ihrem Namen keine Ehre und wir kommen dort schnellstmöglich weiter. Den Zweierwagen haben wir etwas zur Seite geschoben, um ihn dort wieder abzuholen, sobald die Achse wieder klar ist. Na ja, eine Rast nach diesem harten Tag wird Pferd und Mann aber auch gut tun. Ich bete zu Meenor, dass er das Wetter von uns wegholt.

Unsere Kriegskasse von 4 Kreuzern ist in den zwei Tagen zweimal geschröpft worden. Einmal um 6  Groschen und nochmal um 4 Groschen für je 2 (gute) Tagesrationen für alle Pferde. Wir haben jetzt noch 2 (gute) Tagesrationen für jedes Pferd.
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#5
Schönes Ding - Herr von Ansbach...
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#6
Im Startposting gibt es übrigens ab sofort eine Kurzzusammenfassung von mir:
Spielabend, Inplay-Datum, Stand der Kriegskasse, Einzeiler zu den Geschehnissen des Tages
Bemalte Figuren und Modelle 2013: 39 / 2014: 23 / 2015: 58 / 2016: 44 / 2017: 104 / 2018: 5 / 2019: 122 / 2020: 140 / 2021: 24...
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#7
3. Spielabend

Paushofen:
Peterson - Schmied (1 Silber für Reperatur des Achsenbruchs)

Hasselbachers Hauer und Kippers Schlächter (Landsertruppe)
Harry Hasselbach - Anführer der Hauer
Clemens Kipper - Sergeant der Schlächter - Alter 50
Jirl - Kotzer vor der fetten Scholle, erster Kontakt zu den Landser
Adolf Heiler - Fett im Haar, scheint Informationen zu sammeln

Gehöft Hinterwald:
Großes Gehöft mit vielen Bewohnern zusätzlich zur Familie. Korbflechter. Landungssteg für Boote.
Gregor Hinterwald - Familienoberhaupt - 40 Jahre
Holam Hinterwald - Vater von Gregor

Buchhaltung:
Körbe für 2 Silberkreuzer gekauft (-20%)
Tierfutter für 3 Kupfergroschen für 2 Tage gekauft.
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#8
Das Feuer prasselte einladend und warm in dem mit eleganten Schmiedearbeiten verzierten Kamin. Der flackendernde Feuerschein warf sein mäanderndes Licht auf unzählige seltsame Objekte, die den Raum einer Schatzkammer gleich anfüllten. Fein gearbeitete Statuen von Göttern und Helden, in Leder gebundene Folianten, alte Waffen, beschlagene Kisten und verzierte Kästchen, Modelle von Schiffen und Krähnen, seltsame Steine und Mineralien und allerlei ausgestopfte Kreaturen bevölkerten die schweren Regale und Vitrinen und den großen Schreibtisch aus Kahlenberger Mooreiche. Den Parkettboden bedeckte zu großen Teilen ein Teppich aus den fernen Morgenländern. Die unzähligen Knoten dieses handwerklichen Meisterwerks formten das Bild einer Seeschlacht zwischen fremdländisch aussehenden Schiffen.
Der alte Mann in dem mit aufwendigen Schnitzereien verzierten Lehnstuhl sagte zum dem Diener, der den Kamin angefeuert hatte, "Johann, Sie können die Rasselbande nun hereinlassen.""Sehr wohl, Herr Schorz." 
Einige Augenblicke nachdem der Diener das Arbeitszimmer verlassen hatte flog die  Eichentür auf und einem Wirbelwind gleich stürmten drei Kinder in das geräumige Zimmer.
Die beiden Zwillinge Irina und Maren liebten das Arbeitszimmer ihres Großvaters und auch ihr kleiner Bruder Edwin bestaunte allzu gern all diese Zauberdinge, die alle seinem Großvater gehörten. Und das Allerbeste war, dass man alles anfassen durfte."Opa erzähl uns die Geschichte vom letzten Mal weiter, die mit den fliegenden Ziegen!."
Irina schaute ihren kleinen Bruder an und wollte dabei sehr erwachsen wirken. "Die Wagen sind doch gerade auf dem Weg nach Meyburg. Das mit den Ziegen ist doch schon vorbei." "Mmmh."antwortete Edwin um seine Unzufriedenheit über die Abwesenheit von fliegenden Ziegen zu bekunden.
In dem Moment öffnete sich die Tür und Johann trug ein Tablett mit drei Tassen mit heißer Schokolade mit Sahne und einer Tasse gefüllt mit Pefferminztee.
Der alte Mann sagte lächelnd: "Kinder setzt euch auf den Teppich und macht es Euch gemütlich."
"Ihr Tee, Herr Schorz", sagte Johann, als er den Tee auf dem Beistelltisch neben dem Lehnsessell drapierte.
"Danke Johann."sagte der alte Mann während er wiederholt Kandiszucker aus der fernöstlichen Dose in seinen Tee schaufelte. 
"Also wo war ich? Ach ja...

Nun an diesem Tag verlief die Reise recht ereignislos bis wir in die Nähe von Rastatt kamen. Die Strassen wurden breiter und der Wald lichtete sich und die Gefahr durch Räuber schien nun weniger groß, außerdem war es der sechste Tag der Woche und anscheinend arbeiten auch Räuber an diesem Tag nicht." 
"Wirklich?" fragte Irina etwas zweifelnd und zog die Augenbraue hoch. "Natürlich, aber wirklich verlassen sollte man sich darauf nicht. Denn wer ein Gesetz bricht, bricht auch das andere. Und weil allen langweilig war, haben wir das Lied vom lustigen Kutscher gesungen.""Mama sagt das sei ein unanständiges Lied." sagte Irina etwas ernst ,"aber ich mag es."
"Wollen wir das Lied singen?" fragte Edwin, dessen Mundbereich sich mittlerweile in einem satten Schokoladenbraun gefärbt hatte. "Ich singe zwar nicht so gut wie Tante Krimhild, aber einem lustigen Lied bin ich nie abgeneigt," sagte der alte Mann. Nachdem der letzte Refrain verklungen war und der lustige Kutscher das eine oder andere mehrdeutige Abenteuer erlebt hatte, fuhr der alte Mann fort von der lange vergangenen Reise zu erzählen, die wohl eine der wichtigsten seinen Lebens gewesen war. "Also gegen Abend, als man schon die gräfliche Poststation sehen konnte, wurden wir von einem jungen Burschen angesprochen. Er hieß Paul und gehörte zu einer Gruppe fahrenden Volks, die wohl in der Nähe kampierte. Er machte uns das Angebot zusammen mit seinen Leuten eine sichere Wagenburg zu bauen. Doch wir wollten uns zunächst nach den Konditionen in der Poststation erkundigen. Zudem ist dem fahrenden Volk nicht zu trauen.
Außerdem hatten wir ja den kostbaren Wein für den Marktgrafen dabei. Eine durchaus lohnende Beute für Wegelagerer und Tunichtgute. Und wie ihr wisst, Kinder, ist Vorsicht die Mutter der Porzellankiste. Schon kam uns aus Richtung der Poststation eine Wache entgegen und fragte allerlei Fragen wie es anständige Wachleute numal tun. Der Herr Ansbach ist auch gleich in die Station hineingegangen, begleitet von Max Staudenmeyer." Edwin hatte sich ein Messer aus einem der überfüllten Regale genommen und rief "Ich bin Staudenmeyer! Staudenmeyer! Staudenmeyer! Staudenmeeeeyer!" und fuchtelte mit dem Messer herum. "Üb nur schön mit dem Messer, du darfst es behalten." "Edwin darf noch kein Messer haben, sagt Mama." entgegnet Maren. Als ob der alte Mann nicht gehört hätte, was seine Enkelin gesagt hatte, schaute er lange eines der Gemälde an der holzgetäfelten Wand an. Das Gemälde zeigte einen ergrauten muskulösen Mann mit vernarbtem Gesicht in der Uniform eines Gardeoffiziers. Er hatte beide Hände auf den Knauf eines zweihändigen Schwerts gelegt. Unzählige Auszeichnungen und Sigillen schmückten die Rüstung des Offiziers. "Edwin, setz dich wieder hin und dann erzähle ich weiter." Edwin schaute sich verschwörerisch um und versteckte das Messer hinter sich, nachdem er es sich wieder neben seinen Schwestern auf dem Teppich bequem gemacht hatte. Die beiden Zwillinge beobachteten ihn dabei und konnten ihr Kichern nicht unterdrücken. Die gräflich Poststation und das angeschlossene Gasthaus machten einen guten Eindruck. Ich beschloss die beiden zu begleiten, doch Herr Ansbach bat mich auf die Wagen und die wertvolle Fracht achtzugeben. Damals fühlte ich mich geschmeichelt, aber heute weiß ich, dass er sich wohl eher um mein loses Mundwerk als um die Wagen sorgte. "Wie meinst Du das, Großvater?" fragte Irina. Doch der alte Mann lächelte nur und sagte eher zu sich selber: "Immer auf der Hut, aber ein gutes Herz." Die drei Kinder sahen ihren Großvater etwas verwirrt an." Und was ist dann passiert?" fragte der kleine Edwin ungeduldig.
"In der Gaststube beobachtete der Herr Ansbach wie ein geckig aussehender Mann mit Hut mit Silberbrosche und spitzem Schnurrbart auf sein Zimmer gebracht wurde, weil er sich daneben benommen hatte. Drinnen sprach Herr Ansbach mit dem Wirt, der Hugo hieß, wenn ich mich recht entsinne. Nach einigem Hin und Herr und dem Dafürhalten des Wachmanns durften wir umsonst im Stall übernachten. "Du hast im Stall übernachtet? Wieso habt ihr nicht im Gasthaus geschlafen?" fragte Maren. "Nun, damals mussten wir jeden Groschen umdrehen. Seid froh, ihr wißt gar nicht wie gut ihr es habt. Aber das heißt nicht, dass wir es nicht verstanden hätten zu feiern, denn an diesem Abend war es in diesem Stall lustiger als bei jedem hochherrschaftlichem Fest. Und ich war seit diesen Tagen auf so einigen Festivitäten, dass könnt ihr mir glauben. Wir sangen und tanzten. Wo man singt, da lass Dich ruhig nieder, böse Menschen kennnen keine Lieder und das ist gar nicht falsch. Herr Ansbach kümmerte sich auf eigene Kosten ums Essen. Das Feiern war nie so sein Ding. Das war Max`s Einsatz." "Staudenmeyer! Staudenmeyer!" rief Edwin erneut begeistert. Max wollte ein wenig die Umgebung auskundschaften und vielleicht mit den Zigeunern reden, um herauszufinden, was der falsche Haufen plante. Aber Herr Ansbach hatte ihm aufgetragen, die Ladung nicht aus den Augen zu lassen.
Aber Max wußte, dass sich Herr Ansbach manchmal nicht der taktischen Lage bewußt war und ging trotzdem die Gegend auskundschaften."
"Was ist eine taktische Lage, Opa?" fragte Edwin neugierig. "Na alles zusammen: der Ort, die Gegner die Situation, Nachteile, Vorteile und so weiter." Der kleine Junge schaute den alten Mann groß an und sagt "Aha!" Der alte Mann kniff ein Auge zu und nickte Edwin zu und der kleine Junge lächelte. "Aber nachdem Max die Gegend etwas ausgespäht hatte, stellte er fest, dass in der direkten Umgebung der Stadt kein Zigeunerlager zu finden war. Zum Glück konnte er Herr Ansbach überzeugen, dass er nur kurz mit dem Wachmann draußen geplaudert hatte. Der alte Ansbach hatt es einem nicht so leicht gemacht auf ihn aufzupassen. Ha! Hans, ein netter Hufschmied, hatte uns mit einer Bandage geholfen, eines der Pferde wieder gesund zu machen. 
"Ich mag Pferde," sagte Maren. "Ich auch," fügte Irina fast unmittelbar hinzu. "Morgen haben wir wieder eine Stunde bei Reitmeister Schiller," sagten die beiden Zwillinge fast wie aus einem Mund. 
"Aber am nächsten Morgen standen wir wieder wie eine Eins da - denn wer feiern kann, der kann auch arbeiten. Kurz vor dem Aufbruch begegnete uns auf dem Hof der Mann mit Hut und Bart aus der Gaststube, der sich so unhöflich verhalten hatte, dass man ihn am gestrigen Aben auf sein Zinmmer schickte.""Was war das für ein Mann?" wollte Edwin wissen. "Gute Frage - das erfuhren wir erst später. Also brachen wir im Morgengrauen an der Poststation auf, wie immer mit einem frölichen Lied auf den Lippen. Die Strasse war auf diesem zunächst letzten Stück unserer Reise von viel besserer Art, breit und ordentlich geflastert und am frühen Nachmittag konnten wir die Türme und Zinnen sehen. Schon damals war Meyburg eine prachtvolle Stadt. Das Schloss mit seinem angeschlossen Hafen, die vielstöckigen Bürgerhäuser und die mächtige Stadtmauer. Am Tor prangte das Wappen der Margrafen zu Meyburg. Das geviertelte Schild mit silbernem Fisch auf blauem Grund und der schwarzen Burg auf den goldenen Feldern des Wappens. Doch am sechsten Tag der Woche und da wir weder eingetragene Händler in Meyburg waren, noch die entsprechenden Papiere dabei hatten, denn die waren mittlerweile Fischfutter im Erbsburger Hafenbecken, wollte man uns zunächst nicht in die Stadt hineinfahren lassen. Aber nachdem wir den Wachen von der Wichtigkeit unseres Auftrags erzählt hatten und noch einen kleinen Obulus entrichtet hatten..."
"Was ist ein Obulus, Opa?" fragte Edwin. "So etwas wie eine extra Süßigkeit," sagte der alte Mann im Lehnsessel und grinste dabei. "Also, als das erledigt war, öffneten sich die Tore von Meyburg für uns. Glaubt es oder glaubt es nicht - damals wußten wir nicht wie der Markgraf wirklich hieß und deshalb fragten wir eine der Wachen. Wir erfuhren einen seiner Vornamen, der Wolfgang lautete."
"Ihr kanntet nicht die Namen des Markgrafen? " fragte Edwin verdutzt," ward ihr dumm?" Gleich nachdem er dies ausgesprochen hatte, biss er sich auf die Lippe, da er fürchtete seinen Großvater mit dieser frechen Frage verärgert zu haben. Doch anstatt zornig zu werden, begann sein Großvater fröhlich laut schallend zu lachen. Erst erschreckten sich die Zwillinge ein wenig doch das Lachen ihres Großvater war so ansteckend das bald alle zusammen ihrer Albernheit freien Lauf ließen. Der alte Mann wischte sich eine Freudenträne aus dem Augenwinkel und gab zu: "Nun ja, wir waren damals ziemlich dumm, aber das sollte sich zum Glück noch ändern. Wir fuhren auf schnellstem Weg zum Marktplatz, denn dort sollte sich das Handelshaus Weinhard befinden. Am Marktplatz angekommen, direkt gegenüber dem Gasthaus zum goldenen Hirsch gelegen, fanden wir das Haus, das wir suchten. Schon das prächtige mit Trauben und Reben geschmückte Schild wies jeden, der es sah, darauf hin, dass hier der bekannte Weinhändler Weinhard residierte. Uns empfing eine aufgeregte Frau, die sich uns als Frau Weinhard vorstellte. Als sie begriff, dass wir es waren, die den kostbaren Dubois-Wein transportierten, erzählte sie uns unter Tränen, dass ihr Mann vor kurzer Zeit verhaftet woden war. Denn  am heutigen Tag beliebte es dem Grafen ein Fest zu geben und der Wein auf unseren Wägen war genau dafür bestimmt gewesen. Da der arme Händler zum vereinbarten Zeitpunkt den Wein nicht vorweisen konnte, ließ der Markgraf ihn kurzerhand verhaften. Frau Weinhard, vor Aufregung zitternd, setzte sich auf den ersten Wagen neben den Herrn Ansbach auf den Kutschbock und im Gallop ging es zu dem Tor, das Richtung markgräfliches Schloss und Hafen führt. Zunächst wollten uns auch hier die Wachen nicht hindurchlassen, doch Frau Weinhard schrie die arbeitscheuen Wächter auf eine Weise an, dass diese das Tor öffneten als wäre ein Ungeheuer hinter ihnen her. Vor uns erhob sich das Schloss des Grafen, erbaut aus weißem Marmor und blau getünchtem Sandstein. Überall glänzten und glitzerten goldene Verzierungen und Einfassungen. Bald gelangten wir an ein prächtiges Tor, das die gleichen markgräflichen Farben aufwies. Die Wachen an diesem Tor waren von anderer Art als jene an den Stadttoren. Sie trugen polierte Plattenrüstungen mit silbernen Fischen als Verzierung, prächtige Hellebarden mit Gravuren und Helme mit blauen und gelben Federn. Nachdem wir uns erklärt hatten, bedeutete man uns zunächst zu warten. Es wurde nach dem Kallfaktor Schreiber und dessem Gehilfen geschickt. Frau Weinhard jedoch wurde des Ortes verwiesen. Zum Glück hatte der kluge Herr Ansbach auf die völlig aufgelöste Frau eingewirkt und so fügte sie sich still in ihr Schicksal.
Bald danach ließ man uns ein. Hinter dem Tor waren noch mehr Wachen und mir wurde ein wenig unheimlich. Was, wenn man uns nun auch verhaften würde? Aber wir waren frei von Schuld und hatten unser Bestes gegeben. Mit den niemals eiligen und doch gemessenen Schritten eines perfekten Diensboten eilte Herr Schreiber, der Buchhalter des Grafen, herbei. Und
nun begann die Inventur der transportierten Ladung. Herr Schreiber hatte beinahe an jeder Kiste etwas ausszusetzen, was uns noch mehr besorgte, selbst Krimhild war ganz still geworden. Obschon Herr Ansbach nun schon mehrmals darauf bestanden hatte, dass es uns nur um unsere Entlohnung ginge, waren seine Bemühungen dahingehend leider bis jetzt noch nicht erfolgreich gewesen. Stattdessen verkündete Herr Schreiber zu unser aller Entsetzen, dass die Lieferanten und das Liefergut zur Hilde gebracht werden müssten. Also fuhren wir die Wagen zum markgräflichen Pier, der genauso schön war wie die gesamte Anlage. Dort angekommen verluden etwa ein dutzend Diener die Kisten mit dem Wein von den Wagen in ein elegantes Lastenboot, welches von 10 gräflichen Ruderern bewegt wurde. Ein Kran diente zum Verladen des großen Weinfasses. Dies alles geschah mit beeindruckender Schnelligkeit und doch mit großer Sorgfalt. Und das Beste daran war, dass dies alles ohne unser Zutun passierte. Wir bestiegen den Lastenruderer, begleitet von Herrn Schreiber und seinem jungen Gehilfen. Dann nahmen wir Kurs auf eine Gruppe großer Segelschiffe, die sich etwa eine Meile vom Hafen entfernt auf See befanden. Doch als wir näher kamen, gaben die sich bewegenden großen Segler den Blick auf etwas Unglaubliches frei. Da war sie - die Hildegard. Aber war das noch ein Schiff?? Die bereits riesigen Segelschiffe wirkten wie Spielzeug neben diesem Leviathan. Ich wurde unweigerlich an das Seeungeheuer erinnert, von dem die Rosiner erzählt hatten. Es war, als hätte jemand eine Burg auf einen gewaltigen Bug gesetzt. Wehrtürme, Schießscharten, ein gewaltiges Rad an der Seite des Schiffes, Kräne und Belagerungswaffen. Wie eine schwimmende Stadt sah sie aus, die Hildgard.
Ehrfürchtig wurde mir bewusst, was der Mensch fähig ist, zu erschaffen. Herr Schreiber erklärte uns, dass eine gehörige Portion Magie beim Bau des Kolosses von Nöten war und das auch beim Betrieb arkane Mächte im Spiel seien. Wir aber standen nur mit offenen Mündern da und staunten über dieses gewaltige Schiff." "Und dann?" fragten die drei Kinder fast unisono.
Der alte Mann erwiderte mit einem Augenzwinkern:"Das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden."
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#9
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#10
Hallelujah Herr Schorz, Sie haben sich selbst übertroffen.
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