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Read an RPG book in public week
#1
Eine sehr interessante Aktion, die ich lustig finde. Ich werde das auch mal machen.

http://www.theescapist.com/readrpgsinpublic/deutsch.htm

Also schnappt euch eure Trauma-Regelwerke und geht raus an die Sonne! Wink

Vielleicht habt ihr das aber auch schon gemacht. Was habt ihr da erlebt? Seid ihr mal angesprochen worden? Habt ihr selbst mal jemanden mit einem RPG-Buch angesprochen?

Ich habe zum Beispiel auf diese Art und Weise mal zu einer neuen Rollenspielrunde gefunden, weil ich in der Straßenbahn jemanden angesprochen habe, der einen Roman zu einem Rollenspiel gelesen hat.
Bemalte Modelle 2013: 39 / 2014: 23 / 2015: 58 / 2016: 44 / 2017: 104 / 2018: 5 / 2019: 99...
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#2
Generell nett. Aber ist es heutzutage nicht grundsätzlich gefährlich in der Öffentlichkeit zu lesen?

Zitat:Versuche dich an die geschmackvolleren Rollenspiele zu halten. Die meisten Menschen, die mit dem Hobby noch nicht eng vertraut sind, werden wahrscheinlich nicht den Humor von Kill Puppies for Satan oder Kobolds Ate My Baby verstehen, jedenfalls nicht auf den ersten Blick. Lies nichts, an dem offensichtlich die meisten Leute in der direkten Umgebung Anstoß nehmen würden (wie zum Beispiel Demon: The Fallen in einer Kirche). Natürlich machen auch diese Spiele Spaß und sind genauso harmlos wie die anderen, aber sie zu wählen wäre für unser Projekt konterproduktiv.

Die meisten Leute reagieren auf Kobolde aber positiv, das liegt an den Bildern.
Darf man "Engel" in einer Kirche lesen? Wäre immerhin ein passender Ort ...

Das ganze Projekt hat eine Schwachstelle: Die Leute müssen Dich ansprechen. Meines Erachtens gibt es zu viele Leute da draußen die die Zähne bei Fremden nicht auseinanderbringen.
Einen Versuch ist es dennoch sicherlich wert.
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#3
(25.02.2010, 00:06)Niceyard schrieb: Eine sehr interessante Aktion, die ich lustig finde. Ich werde das auch mal machen.
Ich habe die Frage bereits an anderer Stelle gestellt und bisher keine Antwort bekommen: wozu braucht es dazu extra Aktionswochen? Was hindert die Leute daran das zu machen wenn ihnen danach ist? Es ist vollkommen selbstverständlich wenn Leute in der Öffentlichkeit einen Roman, Comics oder ein Kochbuch lesen, wieso zögern manche Leute bei Rollenspielen? Klingt für mich wie der zum Scheitern verurteilte Versuch eines Flashmobs.

Zitat:Vielleicht habt ihr das aber auch schon gemacht. Was habt ihr da erlebt? Seid ihr mal angesprochen worden?
Ja, das schon mehrfach. Ich lese täglich im Zug zur Arbeit und zurück, meistens sogar Rollenspielbücher, da kommt das so einmal im Jahr vor dass man angesprochen wird.

Das absolute Highlight war ein echt hammermäßig süßes Mädel so Anfang 20, mit der ich mich dann anderthalb Stunden sehr interessant über die Unterschiede der Wirkung des Cthulhu-Mythos auf den Menschen zwischen den Epochen Gaslight, 1920 und Now, und darüber dass Cthulhu Now aufgrund der Aufklärung der Menschen und des hohen Techlevels extrem entzaubert ist und den Großteil seiner Wirkung eingebüßt hat, unterhalten habe. Am Ende hätten wir fast unseren Bahnhof verpasst und wären in Straßburg gelandet. Danach haben wir das Gespräch noch bei ner Tasse Kaffee am Bahnhof fortgesetzt bis ihr Anschlusszug nach Faraway abgefahren ist.

Ansonsten waren es größtenteils negative Erfahrungen, angefangen bei scheuklappentragenden oWoD-Spielern ("öh, die nWoD ist doch total scheiße, nur ne schlechte Kopie, wie kann man sowas bloß anfassen... natürlich hab ich da nicht reingeguckt, sieht man ja sofort dass das nur Dreck sein kann") bis hin zu Leuten die die Gesetze der Marktwirtschaft nicht verstanden haben ("nach 8 Jahren schon wieder ne neue Edition? das ist doch pure Geldschneiderei und Abzocke, aber es finden sich ja immer Dumme die sofort alles kaufen") war da einiges dabei.

Zitat:Habt ihr selbst mal jemanden mit einem RPG-Buch angesprochen?
Ich bin nicht der Typ der fremde Leute auf der Straße anspricht (und meistens stört es mich auch wenn mich fremde Leute auf der Straße ansprechen). Wenn ich jemanden mit nem Rollenspielbuch in der Bahn sitzen sehe nehme ich das zur Kenntnis und fertig.
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#4
(25.02.2010, 11:03)Gregorius schrieb: Das ganze Projekt hat eine Schwachstelle: Die Leute müssen Dich ansprechen. Meines Erachtens gibt es zu viele Leute da draußen die die Zähne bei Fremden nicht auseinanderbringen.
Einen Versuch ist es dennoch sicherlich wert.

Die Frage ist, ob diejenigen, die die Zähne bei einem Fremden nicht auseinanderbringen die besten Rollenspieler sind. Vielleicht ist das Ansprechen ja dann so eine Art Test???

(25.02.2010, 11:07)Ehron schrieb: ...und meistens stört es mich auch wenn mich fremde Leute auf der Straße ansprechen...

Was stört dich daran? Machen die meistens etwas falsch?
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#5
(25.02.2010, 16:55)Niceyard schrieb:
(25.02.2010, 11:07)Ehron schrieb: ...und meistens stört es mich auch wenn mich fremde Leute auf der Straße ansprechen...

Was stört dich daran? Machen die meistens etwas falsch?
Es ist ein rein persönliches Empfinden und hat eigentlich nichts mit den Leuten zu tun. Ich fühle mich oft irgendwie unwohl wenn mich Fremde einfach so ansprechen, keine Ahnung wieso. Aus irgendeinem Grund habe ich da immer das Gefühl der andere will jetzt irgendwas von mir und fühle mich als unter Zugzwang. Manchmal entspannt es sich ziemlich schnell, meistens aber nicht. Das ist aber nicht immer so, wenn ich irgendwo hingehe mit dem Vorsatz mit Fremden zu kommunizieren (Messen, Cons, Partys, etc.) ist das alles kein Problem und komischerweise habe ich auch kein Problem mit etwas Smalltalk an der Supermarktkasse, da läuft alles ganz entspannt. Aber wenn jemand auf der Straße auf mich zukommt und mich unvorbereitet anspricht macht irgendwas in mir dicht und ich spüre förmlich wie der Stress in mir aufsteigt.
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#6
Ich glaube ich kenne das auch.

Könnte das mit unterschwelligen Ängsten zu tun haben? Also ein nicht mehr so ganz gesundes Misstrauen gegenüber Anderen? Oder vielleicht auch einfach damit, dass die Straße aufgehört hat, ein Ort des Lebens zu sein, sondern nur noch als Fortbewegungsplatz dient um von A nach B zu kommen?

Wobei öffentliche Plätze ja nicht nur die Straße sein muss. Würdest Du Dich im Zug, im Museum oder im Warteraum vom Krankenhaus auch unangenehm fühlen, wenn dich jemand anspricht?
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#7
In einer Kneipe las ich ein Schild „Es gibt hier keine Fremden – nur Freunde die wir noch nicht kennen.“

Mein Eindruck ist aber, dass die meisten Menschen in Deutschland in Fremden vor allem potentiellen Ärger oder wenigstens eine Belastung sehen. Besonders fällt mir das in Wartezimmern auf, aber auch an anderen Orten (Züge, etc.). Interessanterweise freuen sich aber viele, wenn mal jemand das Eis bricht und sie anspricht. Ich erinnere mich an eine Dame betagten Alters die in der Straßenbahn den Platz mir gegenüber einnahm. Ein einfaches freundliches „Guten Morgen“ meinerseits war ihr Zeichen genug, sie nutzte die Gelegenheit und wir hatten eine sehr kurzweilige Fahrt.


Zitat:Das ist aber nicht immer so, wenn ich irgendwo hingehe mit dem Vorsatz mit Fremden zu kommunizieren (Messen, Cons, Partys, etc.) ist das alles kein Problem und komischerweise habe ich auch kein Problem mit etwas Smalltalk an der Supermarktkasse, da läuft alles ganz entspannt. Aber wenn jemand auf der Straße auf mich zukommt und mich unvorbereitet anspricht macht irgendwas in mir dicht und ich spüre förmlich wie der Stress in mir aufsteigt.

Es liegt vermutlich an den Erwartungen bzw. dem Fehlen derselben. Wenn jemand Dich auf der Straße anspricht erwartest Du dass er „was will“ – z.B. Geld. Oder Du siehst ihn kommen und kannst nicht einschätzen was er möchte. Zum Vergleich: Wenn Autofahrer Dich ansprechen fragen sie gewöhnlich nach dem Weg – stört es Dich von einem Autofahrer angesprochen zu werden?
Bei Smalltalk an der Kasse oder im Wartezimmer hingegen erwarten wir nichts und setzen dasselbe beim Gegenüber voraus. Das ist eine recht gute Grundlage für ein entspanntes Gespräch.
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#8
Was Du sagst ist ziemlich interessant. Würde ich auch so unterschreiben.

Ich beobachte auch, dass Leute inzwischen hyper-sensibel auf unwillkommene Werbung oder Kaufangebote reagieren, weil auch an jeder Ecke geworben wird und man dadurch wertvolle Lebenszeit gestohlen bekommt. Reaktion: Man macht die Schotten einfach dicht.

Andererseits ist es den Männern im Durchschnitt gesehen z.B. nicht so unrecht, wenn sie von 5 Jahre jüngeren Frauen angeprochen werden. Da hat Ehron ja auch ein Beispiel gebracht.

Ich weiß nicht, ob man die Ansprech-Thematik wirklich so übers Knie brechen sollte. Ich jedenfalls lasse mich gerne ansprechen und spreche auch gerne andere an, wenn es ums Hobby geht.
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